- Celestron Wratten Nr.12 – gelb
- Celestron Wratten Nr. 25 – rot
- Celestron Wratten-Nr. 56 – grün
- Celestron Neutralfilter 25% Transmissionsgrad (0.6 Density)
- Baader UHC-S Nebula-Filter
- Baader UV/IR Rejection Filter specially polished APS coated
Abbildung 1 – Lieferumfang
Abbildung 2 – Pferdekopfnebel im Orion mit 6″ f/5 und Baader UHC-S
Abbildung 3 – Transmissionskurve Baader UHC-S
Abbildung 4 – Welcher Filter funktioniert bei welchem Objekt am besten ?
Abbildung 5 – UV/IR
Der planpolierte Filter UHC-S von Baader ist hier ein besonders interessanter Fall. Von Ansatz und Namensgebung her ein UHC Filter, lässt er allerdings im visuellen Spektralbereich durch einen breiteren Kurvenverlauf fast doppelt so viel Licht hindurch wie etwa der weitverbreitete UHC Filter von Lumicon oder auch andere Vertreter dieses Typs. Licht, welches man bei der visuellen Beobachtung, zumal mit kleineren Teleskopen gut gebrauchen kann. Jedoch stellt sich hier dann die Frage nach der Kontrastleistung des Filters. Ein Blick auf den visuellen Bereich der Transmissionskurve des Filters zeigt, dass die ausgesparten Bereiche, in denen sich die streulichterzeugenden Quecksilber- (grün) und Natriumlinien (orange) befinden, gesperrt werden. Zusätzlich sind die breiteren Durchlassbereiche sichtbar. Im UV-Bereich sperrt der Baader-Filter, während im nahen Infrarot ab 750 Nanometer weitere Transmissionsmaxima folgen, die photographisch gegebenenfalls mit einem Sperrfilter ausgeblendet werden müssen. Schließlich wurde der UHC-Filter noch in den Strahlengang hinter einer Astrokamera mit Sonnaroptik mit 300 Millimeter Brennweite f:4 eingebracht und musste dort seine photographische Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Zudem war der Vergleich der photographischen und visuellen Ergebnisse interessant, die mit einigen Belichtungsreihen ebenfalls dargestellt werden konnten.
Visueller Einsatz: Der Beobachtungsort für diesen Test wird von fünf orange leuchtenden Natriumdampflampen beeinträchtigt, welche die Gemeinde mit hohem Eifer in unmittelbarer Nähe aufgestellt hat. Bei der Beobachtung schwächerer Gasnebel wie dem Cirrus Nebel im Schwan oder NGC 281 in der Cassiopeia zeigt sich das Bild im Newton mit Filter deutlich kontrastreicher. Der Nebel erscheint im Vergleich zum Hintergrund heller und somit leichter wahrnehmbar. Die Beobachtungen bestätigten sich so auch im großen Spiegelteleskop. Bei Gasnebeln wie dem Cirrus Nebel oder an Planetarischen Nebeln steckt der geschliffene Filter von Baader auch höhere Vergrößerungen bis 400fach problemlos weg. Ein sehr heikles Objekt beim Einsatz von Nebelfiltern sind Galaxien, die ja selbst ein weitgehend kontinuierliches Spektrum abgeben. Die deutliche Reduzierung des Himmelshintergrunds übertrifft die geringe Schwächung der Galaxie bei weitem, so dass auch hier ein ordentlicher Kontrastgewinn herausspringt. Ein eindrucksvolles Testobjekt war die Galaxie M 33 im Sternbild Dreieck, deren Spiralarme mit ihren zahlreichen Sternassoziationen und Gasnebeln im 14-Zoll-Teleskop merklich besser zu beobachten waren. Ein zweiter Blick auf die Transmissionskurve zeigt einen hochinteressanten Nebeneffekt der UHC Filter. Da sie im Bereich von 400 bis 470 oder gar 500 Nanometern blocken, reduzieren sie zudem auffällig das sekundäre Spektrum, wie es die Objektive preiswerter kurz- und mittelbrennweitiger Refraktoren aufweisen. Trotzdem ist die Deep Sky Beobachtung oder der photographische Einsatz solcher Refraktoren mit dem UHC-S ein wirkliches Vergnügen. Schlägt der Filter hier doch gleich »zwei Fliegen mit einer Klappe«. Ansonsten gilt bei der Deep Sky Beobachtung mit dem 125mm-Refraktor das bereits beim kleinen Newton Teleskop geschilderte. Vom erwähnten Streulichthintergrund war mit dem Filter auch bei niedrig vergrößernder Weitwinkelbeobachtung (35fach, ungefähr zwei Grad Bildfeld, Austrittspupille 3.5mm) nichts mehr zu sehen. Zur Beobachtung von hellen Objekten wie dem Mond oder den Planeten ist der Filter trotz seiner Farbfehlerkorrektur allerdings nicht zu empfehlen. Hier ist der bonbonfarbige Magenta-Stich doch sehr befremdlich und verwirrend. Für niedrig vergrößernde Deep Sky Beobachtung mit einem Weitwinkelteleskop wie etwa den verbreiteten 100-mm-, 120 mm- oder 152-mm-Refraktoren aus China ist der Filter von Baader aber perfekt geeignet.
Photographische Nutzung
In der Kombination mit einem recht kurzbrennweitigen Astro-Objektiv musste der UHC-S auch seine photographische Verwendbarkeit unter Beweis stellen. Es ist nachvollziehbar, dass ein UHC-S-Filterglas seinen festen Platz im Strahlenbündel der kleinen Astrokamera gefunden hat. Eine gleiche Wirkung ist auch beim photographischen Einsatz preiswerter, kurzbrennweitiger Fraunhofer Refraktoren, etwa aus fernöstlicher Fertigung, zu erkennen. Wie die Ergebnisse der unterschiedlichen Einsatzbereiche zeigen, ist der Filter in seinem Bereich ein wirklicher Alleskönner und damit eine echte Bereicherung im Zubehörkasten.
